2012 - Unterwegs in Nordvietnam...

Unser Interesse an den Ländern Südostasiens ist noch immer ungebrochen. Dieses Mal sollte es uns auf einer 21tägigen Erlebnisreise durch zwei Länder des ehemaligen Indochina, jene von Frankreich okkupierten Gebiete der heutigen Länder Vietnam und Kambodscha führen. Die Gruppenreise begann im Norden Vietnams, in Hanoi. Über Hue, Hoi An, Qui Nhon, Nha Trang, Saigon immer südlicher bis ins Mekong Delta. Anschließend sind wir von Saigon aus nach Kambodscha geflogen, um uns die Tempel von Angkor und die Hauptstadt Phnom Penh anzuschauen, aber beginnen wir mit dem Norden Vietnams, dem politischen Zentrum des Landes.

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Die Anreise von Frankfurt am Main nach Hanoi mit Vietnam Airlines verlief ohne Probleme. Die Bewertungen der Airline im Netz gehen ja diesbezüglich weit auseinander, bei diesem Flug konnte ich keinen Unterschied zu anderen asiatischen Fluggesellschaften feststellen. Der Platz und das Essen waren genau so gut oder auch schlecht. Der Flug dauerte etwas mehr als 10 Stunden und um 06:30 Uhr landeten wir in Hanoi. Wir mussten sehr lange auf unsere Koffer warten und die Einreise zog sich weit über eine Stunde hin. Am Ausgang wurden wir von unserem Reiseleiter Anh Nguyen Trung schon erwartet. Jetzt stellte sich heraus, die Gruppe bestand aus 24 Personen gemischten Alters. Wir traten hinaus auf den Vorplatz und Hanoi empfing uns mit kühlen und feuchten 13°C. Good Morning, Vietnam!  Unsere Zimmer im Melia Hotel waren natürlich so früh am Morgen noch nicht bereit. Auf dem Programm stand daher eine Fahrt mit einer Rikscha durch die morgendliche Altstadt von Hanoi.

Die Stadt erwachte gerade und der Kulturschock nach dem Flug war einfach unbeschreiblich. Gefühlte Millionen von knatternden Mopeds, die Läden, Garküchen, die vielen Menschen und wir mitten drin. Jeder fährt wie er will, die Abgase rauben dir den Atem, keine Frage, wir sind wieder in Asien. Anschließend geht es zu Fuß weiter, wir essen  eine der leckeren Nudelsuppen und fahren dann zum Hotel. Am Abend stand der Besuch des bekannten Wasserpuppentheater’s Thang Long auf dem Programm. Am 3. Tag besuchten wir Onkel Ho, wie die Vietnamesen ihren Führer Ho Chi Minh nannten. Es war glücklicher Weise nicht allzu voll und wir mussten nicht lange anstehen. Der Besuch im Mausoleum war recht kurz und fotografieren streng verboten. Danach schauten wir uns noch seine ehemalige Wirkungsstätte, das Wohnhaus und sein aus Holz gebautes Sommerhaus an. Das ganze ist sehr schön an einem kleinen künstlichen See gelegen. Anschließend fuhren wir zum zentral gelegenen Hoan-Kiem-See. In diesem “See des zurückgegebenen Schwertes” gibt es einen kleinen Tempel, der Jadeberg-Tempel genannt wird und über die “The-Huc-Brücke” zu erreichen ist. Nachmittags ging es dann weiter nach Hai Phong. Wir überquerten den Roten Fluss, vorbei an Reisfeldern und kleinen Dörfern. Kurz vor Hai Phong änderte sich das Erscheinungsbild der Landschaft, immer mehr der riesigen Industrieanlagen waren zu sehen. Am späten Nachmittag erreichten wir Hai Phong. Von der Oper aus liefen wir über den Blumenmarkt in die Altstadt zu den Marktstraßen. Hier war alles noch ursprünglicher wie vorher in Hanoi. Im Angebot war alles was das Meer und die Flüsse zu bieten hatten. Wir blieben für eine Nacht im Harbour View Hotel. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter zu einem der ersten Höhepunkte unserer Reise, der Halong Bucht. Auf diesen Straßen dauerte die Fahrt etwa zwei Stunden und die Leistung des Busfahrers konnte man nicht hoch genug einschätzen. Das Wetter war leider nicht das Beste, aber wenigstens hat es nicht geregnet. Längere Sonnenperioden sind in dieser Gegend wohl auch recht selten im Jahr. Die rund vierstündige Bootsfahrt mit einer Dschunke war trotzdem sehr schön. Die 1.969 Kalkfelsen, die im Dunst aus dem Meer ragen, bilden eine friedvolle Kulisse. Vorbei an Fischzucht-Anlagen und Dschunken zu den Grotten von Dong Thien Cung und Sung Sot. Die Grotten sind riesig und bunt beleuchtet. Zugegeben etwas kitschig, aber so kommen die großen  Stalaktiten und Stalagmiten gut zur  Geltung. Nach dem Ausflug fuhren wir die 160 Kilometer zurück nach Hanoi. Mit dem Bus, bei dem Verkehr, dauerte das über 4 Stunden. Am 5. Tag in Vietnams Norden besuchten wir die Duftpagode, im Tempelgebiet von Huong Son (Berg der duftenden Spuren). Sie ist nur per Boot zu erreichen. Wir starteten deshalb im Dorf Ben Duc zu einer einstündigen Ruderbootfahrt durch die herrliche Landschaft der “Trockenen Halongbucht”. Im Bootshafen lagen unzählige Ruderboote unsere Gruppe bekam zwei davon zugewiesen. Gerudert wurden wir von Frauen, das ist normal hier, lässt uns Anh wissen. Frauen hätten einfach die bessere Ausdauer und Geduld für den Job. Auf dem Fluss sind wir für die anderen Besucher eine Attraktion:” Hello, Hello” Rufe und viel Winken. Was uns dann am Fuß der Tempelanlage erwartete war unglaublich. Tausende Menschen in der Hochsaison, über 50.000, pilgern hierher. Eine Garküche reiht sich an die andere und bietet “Leckereien” vom Stachelschwein, Wildkatze, Reh, Hirsch, Mangusten und anderes Getier aus den umliegenden Wäldern. Das Tempelgebiet ist sehr weitläufig, dadurch zerstreute sich nach der Passage des Haupttores die Menge ein wenig. Die Duftpagode selbst befindet sich in einem Komplex mit Schreinen, Pagoden und Tempeln. Teile der Anlage sind mit einer Seilbahn erschlossen. Unser Besuch beschränkte sich nur auf einen Teil der Anlage. An einem Tag ist es unmöglich alles zu sehen. Wir besuchten die zentral gelegene Thien Tru Pagode, einige Schreine und eine der Grotten abseits am Berg. Für die bekannte Huong Tich Höhle fehlte einfach die Zeit. Trotzdem war dies ein einmaliges Erlebnis. Zurück im Hotel versuchten wir noch etwas zu schlafen, denn um 03:00 Uhr war die Nacht für uns vorbei. Der Flug nach Hue startete schon um 06:00 Uhr morgens mit einem nagelneuen Airbus der Vietnam Airlines.

Reisebeschreibung für Nordvietnam...

2012 - Unterwegs in Südvietnam...

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Nach etwa einer Stunde Flugzeit landeten wir in der Stadt Hue. Es war kurz nach 7:00 Uhr und schon merklich wärmer. Vom Flughafen  aus fuhren wir zu unserer ersten Besichtigung, dem Grab des Kaisers Tu Duc. Der Kaiser lebte von 1829 bis 1883 und wird als letzter unabhängiger Kaiser Vietnams angesehen. Die Grabanlage ist also nicht so alt, aber in keinem guterhaltenen Zustand. Es war der Wille der Restauratoren die patinierte Schönheit in ihrem momentanen Zustand zu zeigen. Danach sind wir zum Camellia Hotel Hue gefahren. Im Vergleich mit der Millionenstadt Hanoi geht es hier fast beschaulich zu. In Hue leben ja auch "nur" 400.000 Menschen. Mein erster Eindruck war, dass es allgemein sauberer auf den Straßen zugeht. Um 13:00 Uhr brachte uns der Bus dann zum Fluss der Wohlgerüche oder auch Parfümfluss genannt. Wir bestiegen ein mit Drachen verziertes Boot um zum Dorf Kim Long zu fahren. Hier steht auf einem Hügel am Flussufer die siebenstöckige "Pagode der himmlischen Frau" - Thien Mu.

Reisebeschreibung für Südvietnam...

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Nach dem Besuch der Anlage ging es weiter auf dem Fluss zur Grabanlage des Kaisers Minh Mang, da der Kaiser unerwartet starb, wurden die 1840 begonnenen Arbeiten am Grabmal von seinem Nachfolger Thieu Tri beendet. Die Gesamte Anlage ist sehr gut restauriert und besticht durch seine klare Struktur. Dies liegt vor allem daran, dass sich alle wichtigen Gebäude auf einer 700 Meter langen zentralen Achse befinden.Am Abend gab es noch eine kleine Überraschung für uns, wir waren zum Dinner beim Kaiser eingeladen. Dies war natürlich nur ein Event Dinner mit traditioneller Kleidung, alten Gerichten vom Hof der Kaiser und der dazugehörigen Musik. Wir hatten alle mächtig Spaß das Leben bei Hofe in den Kostümen nachzustellen. Am siebten Tag unserer Reise stand die Zitadelle von Hue auf dem Programm. Sie befindet sich am linken Ufer des Huong Flusses und beherbergt die "Verbotene Stadt". Die Mauern der Zitadelle umfassen mehr als 10 Kilometer, sind 6 Meter hoch und an der dicksten Stelle 21 Meter breit. Wir gingen durch das Ngo Mon Tor in den inneren Bereich. Hier befanden sich früher das kaiserliche Machtzentrum und der Wohnbereich, die Verbotene Stadt. Die gesamte Anlage ist in einer Nord-Süd Achse streng geometrisch ausgerichtet und zählt heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Anlage wurde mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, so auch nach dem Ende des Vietnam Krieges. Nach zwei Stunden hatten wir etwa die Hälfte der Anlage gesehen. Der Bus wartete schon auf uns, denn es lag noch eine weite Fahrt nach Süden auf der Nationalstraße 1 vor uns. Wir überquerten den berühmten Wolkenpass bei herrlichem Sonnenschein, fast ohne Wolken. Die Sicht zurück nach Lang Co und voraus nach Da Nang war ungetrübt. In Da Nang besichtigten wir noch ein Museum der Cham Kultur im Schnelldurchlauf da wir schon "Verspätung" hatten. Vorbei an China Beach und alten Flugzeughangars der Amerikaner erreichten wir am späten Abend Hoi An. Die Sonne ging gerade unter, tauchte die Altstadt und den Wochenmarkt in ein sehr schönes Licht. Nach dem Besuch der bekannten Japanischen Brücke fuhren wir dann zu dem abseits gelegenen Hotel Ancient House River. Am 8. Tag der Reise stand eine Radtour auf dem Programm. Dies war eine schöne Art Land und Leuten näher zu kommen. Den Rest des Tages verbrachten wir am Strand. Das Hotel hatte dafür einen Shuttle Bus bereitgestellt. Am nächsten Tag lag wieder eine längere Fahrt mit dem Bus vor uns. Laut Prospekt sollten es 270 Kilometer sein, tatsächlich waren es aber über 350 Kilometer. Unser Hotel lag nämlich ein ganzes Stück südlicher vor Quy Nhon. Auf der Fahrt dahin machten wir noch einen Abstecher zum Dorf My Lai, welches durch den Vietnamkrieg seine traurige Berühmtheit erlangte. Hier haben am 16. März 1968 amerikanische GI's ein Massaker an 504 Frauen, Kindern und alten Menschen angerichtet. Der Vietnamkrieg ist an vielen Stellen im Land noch allgegenwärtig, viele Soldatenfriedhöfe und monumentale Mahnmale zeugen davon. Gegen 18:00 Uhr kamen wir im Strandhotel Liferesort Quy Nhon an, einem tollen Hotel unter europäischer Leitung. Den 10. Tag der Reise verbrachten wir dann an dem wunderschönen Strand des südchinesischen Meers. Unser nächstes Ziel war Nha Trang etwa 200 Kilometer im Süden gelegen. Unterwegs gingen wir noch durch ein Fischerdorf zum Strand an dem eine bunte Flotte von Booten vor Anker lag. Wir schauten unterwegs Bauern bei der Reisernte zu und überquerten einen Pass, den ich spektakulärer wie den Wolkenpass empfand. Um 14:00 Uhr konnten wir unsere Zimmer im Novotel Nha Trang beziehen. Der Ausblick auf das Meer und die Promenade von unserem Balkon im 18. Stock war umwerfend. Am Nachmittag machten wir noch einen Bootsausflug um die Hon Tre Insel, auch Bambusinsel genannt. Besonders erwähnen möchte ich, das abendliche Buffet im Hotel, es war vom Feinsten. Am nächsten Tag haben wir erst gegen Mittag das Hotel verlassen. Wir machten einen Rundgang durch die Stadt, anschließend besichtigten wir ein historisches vietnamesisches Wohnhaus und schauten in einem staatlichen Kindergarten vorbei. Die darauf folgende Bootsfahrt auf dem Cai Fluss war sehr angenehm und brachte uns zum Wahrzeichen der Stadt, den Cham Tempel Po Nagar. Den Rest des Tages verbrachten wir damit zum 160 Kilometer entfernten Flughafen zu fahren und auf unseren Flug nach Saigon zu warten. Es war kurz vor Mitternacht als wir unser Hotel Equatorial in Saigon erreichten. Der Stadtname Saigon ist eigentlich nicht mehr der offiziell korrekte, wird aber von fast allen hier benutzt. Anh sagte, Ho Chi Minh Stadt ist einfach zu lang. Am 13. Tag um 08:00 Uhr machten wir eine Stadtrundfahrt. Sie führte uns zum Palast der Wiedervereinigung und weiter zur Kathedrale Notre-Dame. Sie zählt zu den bedeutendsten Kolonialgebäuden der Stadt. In Sichtweite von der Kathedrale befindet sich auch das Hauptpostamt, das vom französischen Ingenieur Gustave Eiffel entworfen und zwischen 1886 und 1891 errichtete wurde. Der anschließende Gang durch die Markhallen war nicht sehr angenehm, da die Verkäufer sehr aufdringlich waren. Auch an anderen unangenehmen Erlebnissen konnten wir feststellen, Saigon ist anders. Wir erkundeten dann die Stadt auf eigene Faust und nutzten den Hotelshuttle zur Rückfahrt. Den Rest des Tages verbrachten wir am Pool im 4. Stock des Equatorial Hotels. Am nächsten Morgen ging es wieder mal sehr früh los. Zuerst besuchten wir den Stadtbezirk Cholon, welcher als Chinatown Saigons bezeichnet wird. Da der chinesische Einfluss auf die Stadt schon sehr lange einwirkt, sind die Unterschiede nicht mehr so groß im Erscheinungsbild Saigons auszumachen. In Chinatown besuchten wir den Hoi Quan On Lang und danach den Chua Thiem Hau Schrein. Danach verließen wir die Stadt in Richtung Süden zum Delta des Mekong. Gegen Mittag erreichten wir Cai Be und starteten gleich zu einer vierstündigen  Bootstour durch das weit verzweigte Delta. Wir sahen riesige Fischzuchtanlagen mitten im Fluss, fuhren durch enge Kanäle und sahen dem Treiben auf den Flussinseln zu. Von Vinh Long sind wir danach zu unserem Hotel in Can Tho gefahren.  Am 15. Tag, unserem letzten in Vietnam, unternahmen wir früh am Morgen eine Bootstour zu den Schwimmenden Märkten. Dies ist hauptsächlich eine Veranstaltung für Großhändler und gegen 11:00 Uhr ist alles vorüber. Mit dem Bus sind wir gleich im Anschluss zum Flughafen Saigon gefahren, um von hier aus nach Kambodscha zu fliegen. Der erste Teil unserer Indochina Rundreise war damit zu Ende.
 

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